Aktueller Stand

Seit fast 10 Jahren besteht das Kneipenkollektiv Meuterei in der Reichenberger Straße. Ende Mai diesen Jahres sollte damit Schluss sein. Der Gewerbemietvertrag endete und der Geschäftsführer der Zelos Properties GmbH, Goran Nenadic, möchte die Räumlichkei­ten für einen viel zu hohen Preis verkaufen. Wie viele Anwohner*innen, so­ziale Einrichtungen und kleine Gewerbe soll sie verdrängt werden um Platz zu machen für rentables Eigentum zu Gunsten von Profitinteressen. Damit das nicht stillschweigend vonstatten geht, haben wir uns zusammen getan.
Wir sind „Leute für die Meute“, das sind Gäste, Trinker*innen, Sozialberatende, Gesellschafts­spieler*innen, Siebdrucker*innen, Künstler*innen, in Gruppen Engagierte, Leute die zu viel rauchen und Leute die der Rauch stört, Stammgäste und An­wohner*innen und Aktive im Kiez und setzen uns dafür ein, dass die Meuterei bleibt. Denn für uns ist sie mehr als das günstige Feierabendbier. Sie ist ein soziales und politi­sches Zentrum für die Nachbarschaft, ein Ort, an dem Begegnung, Austausch und Bera­tung vieler verschiedener Menschen stattfindet. Diese selbstverwaltete und hierarchie­arme Betriebsgemeinschaft trifft Entscheidungen gemeinsam und übernimmt Aufgaben gemeinschaftlich. Dahinter steckt ein Kollektiv, das vielen Menschen Arbeit und Gemein­schaft bietet. Es ist ein von Konsumzwang unabhängiger Ort, an dem viele Ressourcen und Netzwerke gebündelt sind, die der Nachbarschaft und weit darüber hinaus solida­risch zur Verfügung stehen.
Inzwischen befindet sich das Kneipenkollektiv der Meuterei in Verhandlung mit dem Eigentü­mer Goran Nenadic über einen möglichen Kauf der Räumlichkeiten. Trotz des Firmensitzes in der Steueroase Zossen, sowie bereits saftiger Gewinne durch den Ver­kauf der Wohnungen in der Reichenberger 58, bot Nenadic den Kauf zum absurden Preis von 750.000 EUR an. Später ging er dann auf 600.000 runter. Weder die Größe, die Lage, noch der Sanierungszustand rechtferti­gen diesen Preis. Sollte Nenadic die Räumlichkeiten tatsächlich zu diesen Konditionen loswerden, wäre dies ein fatales Signal für den künftigen Verkauf von Gewerbeflächen in Kreuzberg 36. Falls Nenadic auf ein Gegenangebot (375.000 EUR) der Meuterei eingehen sollte, würde das Kollektiv (wenn möglich) notgedrungen die Räumlichenkeiten kaufen. Kleine Gewerbe wie die Meuterei, der Späti in der Oranienstraße, ein Modegeschäft am Kottbusser Damm, als auch zahllose Mieter*innen, die in ihren Privatwohnungen von Zwangs­räumung betroffen sind, oder Projekte wie Potse, Drugstore und Syndikat fühlen sich von Politiker*innen im Stich gelassen. Trotz Bemühungen einzelner Politiker*innen für bedrohte Projekte hat die Politik die Misere auf dem Wohnungsmarkt zu verantwor­ten, denn die kapitalistischen Verhältnisse an sich bleiben unangetastet.

Es Bedarf einer härteren Gangart gegen Spekulant*innen: die deutsche wohnen enteignen Kampagne macht es vor.

Wir freuen uns über Unterstützung
Alle zwei Wochen Mittwochs ab 19 Uhr in der Meuterei
(nächste Daten: 09.10.)

Falls ihr Fragen habt schreibt uns unter: siehe Kontakt

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